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Mit Anbox laufen Ihre wichtigen Android-Apps auch unter Linux Ubuntu & Co.

Wer einen PC oder ein Notebook mit einer Linux-Distribution wie Ubuntu einsetzt, braucht nicht mehr neidisch auf die 2,5 Mio. Apps zu schielen, die es für das Mobile-Betriebssystem Android gibt. Denn mit der OpenSource-Software Anbox laufen Ihre gewohnten Android-Apps auch auf Linux-Systemen.

Der Google Play Store weist Anfang 2019 rund 2,5 Mio. Android-Apps aus. Viele attraktive Android-Apps würden auch Linux-Systemen wie Ubuntu und den anderen Distributionen nützliche Anwendungen ermöglichen, die es für Linux bislang nicht gibt. Doch während es mehrere Lösungen wie unter anderem BlueStacks gibt, um Android-Anwendungen auf Windows laufen zu lassen, war dies bislang auf Linux-Systemen bisher nicht in derselben Qualität möglich. Diese Lücke zu schließen, schickt sich nun „Anbox“ (Android in einer Box) an. Durch Anbox laufen Android-Apps unter Linux, als wären sie normale Desktop-Apps. Das wird dadurch möglich, dass es sich bei Anbox um ein Android-System handelt, das auf einem Linux-Rechner in Form eines nativen Containers ausgeführt wird. Damit wird ein vollwertiges Android-System auf einem regulären GNU/Linux-System wie Ubuntu mit dem Vorteil eingesetzt, dass Sie Android auf Ihrem Linux-System ohne die Verlangsamung einer virtualisierten Software-Umgebung ausführen. Es handelt sich bei Anbox also nicht um eine Emulator-Software wie Genimobile oder Shashlik, die aufgrund der Emulation typischerweise Nachteile bei der Geschwindigkeit haben. Damit ein vollständiges Android-System auf einem Linux-PC in einem Container betrieben werden kann, verwendet Anbox die definierten Linux-Namensräume (Bezeichner für Ressourcen wie ipc, mount, net, pid, user, uts), um Android-Anwendungen auf jeder GNU/Linux-basierten Plattform bereitzustellen. Es wird also derselbe Kernel für die Linux-Distribution und die Android-Apps ausgeführt, um die Nachteile einer Emulation oder Virtualisierung zu umgehen. Auf die Hardware des Host-Systems hat das im Container laufende Android keinen direkten Zugriff. Alle Hardware-Zugriffe erfolgen über den Anbox-Daemon, der im Hintergrund läuft, alle erforderlichen Dienste zur Verfügung stellt und Hardware-Zugriffe organisiert.

Der Stand der Anbox-Entwicklung

Laut dem Entwickler Simon Fels befindet sich Anbox noch in der Alpha-Phase der Entwicklung. Daher hat es noch Defizite bei der Stabilität und Kompatibilität zu den vielen Linux-Versionen. Als alleiniges Produktivsystem sollte es daher derzeit noch nicht eingesetzt werden. Anbox ist bislang für die Anwendung auf Desktop-Systemen eingerichtet. Es kann zudem auch auf mobilen Linux-Betriebssystemen wie Ubuntu Touch oder Sailfish OS eingesetzt werden, dies erfordert bei der Installation jedoch zusätzliche Anpassungen für die jeweilige Benutzeroberfläche. Die Android-Laufzeitumgebung von Anbox wird derzeit mit einem angepassten Systemimage auf Basis von Android 7.1 (Nougat) geliefert, auf dem praktisch alle aktuellen Android-Apps laufen. Es gibt aber eine Einschränkung: Wenn Ihre Anwendung von bestimmten Hardware-Funktionen wie WiFi, Bluetooth oder Telefonie abhängt, kann es sein, dass diese Funktionen auf dem Hostsystem nicht möglich sind, weil Ihr Notebook im Gegensatz zu einem Android-Smartphone beispielsweise nicht über ein Telefon-Modul verfügt.

Anbox-Quellen und die Installation

Es handelt sich bei Anbox um eine Open-Source-Software, bei der die Quelltexte und begleitende Informationen zum Betrieb und der Installation (engl.) auf Github verfügbar sind. Wichtig für die Installation: Anbox wird als Snap-Paket angeboten. Bei Snap handelt es sich um Canonicals (der Sponsor der Linux-Distribution Ubuntu, canonical.com) neues Installations-Paketformat, das neben Ubuntu inzwischen auch von weiteren Linux-Distributionen unterstützt wird. Anbox kann in allen Linux-Systemen installiert werden, die Snaps unterstützen. Dabei wird Anbox mit einer manuellen Installation per Kommandozeilenbefehlen eingerichtet. Dabei werden mehrere Kernelmodule installiert, für deren Installation Root-Rechte benötigt werden. Weitere Infos und die detaillierte Beschreibung der Installation finden Sie unter bzw.

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